VERÖFFENTLICHUNGEN

Stadtmagazin Gazette Dezember 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

Angst ist die größte Handbremse im Leben....

 

 

...folgt


Stadtmagazin Gazette November 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

Resilienz - Klar, kennst Du die nicht?

Resi wer?  Ne, Resilienz!

Das neue Modewort? Eigentlich nicht, aber irgendwie will jeder und alles heute Resilienz: besitzen, trainieren, fördern, fordern und so weiter.

 

Aber, was ist eigentlich Resilienz? Wenn Wikipedia recht hat: 

…psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. ….

In einfach:

Hinfallen – Aufstehen – Krone richten – Weitermachen

 

Mir ist jetzt aufgefallen, auch in Stellenbeschreibungen wird häufiger vom Bewerber verlangt: „Ausgeprägtes Verhandlungsgeschick mit hoher Resilienz“

Aber auch Unternehmen sehen sich selbst so:

„Durchweg positive Branchenratings sowie das Streben nach Resilienz und Stabilität in Zeiten starker wirtschaftlicher Schwankungen“  Wow!

 

Ich warte auf die Anzeige, wo steht:

„Sie bekommen bitte nicht gleich einen Burnout und fallen um, falls es mit Ihren bzw. unseren Zielvorgaben mal nicht so läuft. Das würde kontraproduktiv zu unserer Unternehmensleitkultur stehen. Greifen Sie in diesem Fall bitte direkt auf Ihre Resilienz zurück.“

Oder

„In Zeiten starker wirtschaftlicher Schwankungen können wir uns auf unsere (personal-)kostensenkenden Maßnahmen verlassen. Seien Sie Teil unseres Teams und stärken unsere unternehmensinterne Resilienz“ 

Natürlich nur so lange, wie es dauert – also mit Ihnen. 

 

Okay, es ist sicher schon jedem aufgefallen, das es Menschen gibt, die kommen einfacher über Krisen hinweg, als andere. Ich hab mich immer gefragt, wie schaffen die das? Will ich auch haben!

Ich hab mir schon wegen Sachen die Augen ausgeheult und dann läuft da jemand lachend durch die Welt mit einem Singsang auf den Lippen „Et kütt wie et kütt un et hätt noch emmer jootjejange“. 

 

Schon mal den Wunsch gehabt, diese ewig positiven Grinsekeksen ein Bein zu stellen? Ich schon. Und nicht nur einfach ein Bein stellen. Damals….

Aber irgendwann, nach gefühlt 1 Millionen Krisen, hab ich es auch verstanden. Die Welt ist so, wie ich sie sehe. 

Und damit meine Welt bunt und schön ist, muss ich akzeptieren, dass es auch mal nicht so läuft. #1 Akzeptanz also.

Mir passiert jeden Tag nur das Beste! Wenn ich es mir lange genug einrede, passiert das tatsächlich! #2 Positive Perspektive oder: Die Materie folgt den Gedanken. Da gibt es tatsächlich Untersuchungen von Quantenphysikern, die das beweisen. Also fein denken und mein Körper folgt. Okay, weiter.

Der Glaube an mich und meine #3 Fähigkeiten und Kompetenzen. Ich bin mir sicher, Krisen bewältigen zu können. Ich sage nicht, dass es einfach wird. Und seien wir mal ehrlich, wir reifen doch erst in schwierigen Situationen. Kleiner Trost: Niemand kann sich ein leichtes Leben einfach kaufen. Sie können noch so viel Kohle haben, das Schicksal kriegt Sie. Und das Schicksal kann sehr kreativ sein!

Mit dieser Einstellung komme ich viel eher ins #4 TUN. Bin ich Opfer? Nicht mehr! Leben heißt #5 Verantwortung übernehmen. Jeden Tag, jede Stunde. Nur ich kann das tun. Aber! Ich nehme auch #6 Hilfe an. Gut, wenn ich an mich und meine Fähigkeiten glaube, Verantwortung übernehme. Besser, wenn ich zusätzlich Hilfe annehme, aber auch Hilfe anbiete. Sie werden sehen, Ihr Netzwerk wird so immer weiter ausbauen und neue Ideen kommen einfach mal so daher. Und wenn ich das alles beherzige, öffnen sich automatisch neue Türen. Wenn es nicht links rum geht, versuch ich es halt rechts rum. Es gibt immer eine #7 Lösung. Ich muss nur meine Wahrnehmung schärfen und auch das Unmögliche annehmen. „Wenn du Hufgetrappel hörst, denkst Du gleich, es könnte ein Pferd sein. Aber es könnte auch ein Zebra sein“

Und all das zusammen, macht mich widerstandsfähiger, aber eben nicht abgehärtet. 

Es, also die Resilienz, ist eigentlich schon längst in uns. 

Wir müssen einfach nur offen und ehrlich zu uns selbst sein. Zugegeben, nicht ganz einfach. 

Sind wir doch bei uns selbst gern mal betriebsblind. Und beim nächsten Mal denken Sie einfach, es könnte auch ein Zebra sein…

 


Stadtmagazin Gazette Oktober 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

"Ja, ich will" - aber das reicht nicht aus...

 

Auch wenn es für uns noch so klar und logisch erscheint, wir all unsere Willenskraft zusammennehmen, warum gelingt es uns nicht, das Rauchen aufzugeben, nicht mehr eifersüchtig zu sein oder endlich unser Wohlfühlgewicht zu erreichen? Wir analysieren und rationalisieren, erklären, warum wir rauchen, essen, eifersüchtig sind usw. Dann nehmen wir unsere ganze Motivation zusammen. Das geht immer eine zeitlang gut, aber dann fallen wir in die guten alten Muster zurück. Wär ja auch zu schön. Sonst gäbe es keine Raucher, Übergewichtige oder Menschen mit Angst auf der Straße. Aber warum ist das so? Warum reicht die Willenskraft allein nicht? Weil sie mit dem Unterbewusstsein übereinstimmen muss. 

 

Hier sind unsere Gefühle, Prägungen, Erfahrungen wie auf einer Festplatte gespeichert. Wissenschaftler sagen, 90-95% unseres Handelns wird aus dem Unterbewusstsein gesteuert. Das Unterbewusstsein ist quasi unser Betriebssystem, das entscheidet, wer wir sind und was wir tun. Es steuert unsere Körperfunktionen, Gefühle, Gewohnheiten, Reaktionen. Zu Beginn unseres Lebens ist die Festplatte noch weitgehend leer.

 

Ab Geburt, sicherlich schon im Mutterleib, beginnen wir zu lernen, was gut ist, was schlecht ist. Und jeden Tag kommt was Neues hinzu: durch Erfahrung, Erziehung, Eltern, Lehrer, Religion, Autoritäten,… wird das Programm fertig geschrieben. 

Und, Achtung: Das Unterbewusstsein vergisst nie! Es sucht ständig in seinem Archiv „kenn ich das nicht schon?“ Dabei ist es völlig egal, ob Verstand sagt, das ist nicht logisch. Unsere Willenskraft, Motivation mit all der Logik und Wissenschaft ist also gar nicht unser Steuermann. Da können wir so viel erklären, analysieren wie wir wollen.

Das Unterbewusstsein arbeitet da völlig autark. Deshalb können wir es uns nicht erklären, warum wir es nicht schaffen, unsere Ziele zu erreichen. Eine weitere Eigenschaft unseres Unterbewusstseins:

Schutzfunktion –unser Unterbewusstsein will immer nur unser Bestes. Will uns schützen: vor realen wie vor eingebildeten Gefahren. Da kann es nicht unterscheiden. Wenn es meint, es ist Zeit, dann laufen die unbewussten Programme ab. 

 

Noch eine Eigenschaft: Es generalisiert: „Wenn es einmal so war, ist es immer so“

Also alles für die Katz? Müssen wir dann ewig damit leben? Dann hätten wir wenigstens eine Entschuldigung, nicht mit dem Rauchen aufzuhören, oder?

Nein! Weil, Veränderung kann da stattfinden, wo die Programme geschrieben wurden. Wir müssen einfach die Programme umschreiben. Die einzige Schwierigkeit besteht nun darin, das Unterbewusstsein davon  zu überzeugen, dass es nun eine andere Wahrheit gibt.

Nur, wie komm ich dahin? Ich verspreche Ihnen, es wird wenig erfolgreich sein, sich übergewichtig vor den Spiegel zu stellen, sich anzuschauen und dabei sowas wie „ich bin schlank“ zu beten. Das wird als unwahr abgetan. Sie erinnern sich? Das ist nur die Willenskraft, nicht das Unterbewusstsein.

Wie komme ich nun am einfachsten in dieses Unterbewusstsein? Indem man in dem Bereich der Gehirnwellen arbeitet, die das Unterbewusstsein öffnen.

Das ist vor allem im Bereich der Alpha- und Thetawellen.

 

Noch ein bisschen Futter für die Logik?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass diese Gehirnfrequenzen folgende Wirkung haben:

- sie reduzieren Stress und mindern Angstgefühle

- sie fördern tiefe Entspannung und geistige Klarheit

- sie verbessern die sprachlichen Fähigkeiten und die Ausdrucksfähigkeit (sprachlicher IQ)

- sie synchronisieren die beiden Gehirnhälften

- sie fördern lebhafte, spontane Visualisierungen und kreatives Denken, reduzieren das Schmerzempfinden, erhöhen Glücksgefühle und stimulieren die Endorphinausschüttung

- gelöster, entspannter und angstfreier Zustand

- offener für Selbstwahrnehmung, Phantasie und Kreativität & damit 

TaTa!!

- direkter Zugang zum Unterbewusstsein 

 

So bestimmen Sie Ihr Leben selbst und übernehmen wieder das Steuer!


Stadtmagazin Gazette September 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

Warum Frauen ihren Autos Namen geben

 

Das fragen Sie mich? Okay, ich bin eine Frau, ich habe ein Auto und alle meine Autos hatten Namen. Aber warum, dass weiß ich nicht. Das war so, das ist so und das wird so bleiben. Typisch Frau? Frauen sind ja angeblich emotionaler. Meinetwegen, nehmen wir diese Erklärung. 

Meine Lina und ich haben am gleichen Tag Geburtstag. Also ihr Tag der ersten Zulassung ist auch der Tag, an dem ich das erste Mal das Licht dieser Welt erblickte. Das verbindet nun mal. Dagegen wächst kein Kraut! Aber neulich habe ich mir doch so meine Gedanken gemacht, warum ich mir überhaupt ein Auto leiste. Ich habe wohl zu laut gedacht. Gleich bei der nächsten Fahrt bin ich von Lina angezickt worden. Aber hören Sie selbst:

 

So? Ich bin Dir also nicht mehr gut genug? Ich bin Dir also zu teuer? Weißt Du eigentlich, wie weh das tut? Ich ächze mit Dir jeden Berg hoch. Beschwer mich nie, wenn Du zugenommen hast oder mir wieder den Kofferraum schwer zupackst mit dem ganzen unnötigem Zeugs.

Du denkst, ich verliere Öl? 

Nein meine Liebe, ich weine bittere, schwarze Tränen. So schwarz, wie meine Stimmung gerade ist.

Einmal zur Inspektion und schon jammerst Du über die Kosten. Du rennst doch jeden Monat zum Friseur, zur Fußpflege, zur Kosmetikerin. 

Stop!

Ich korrigiere mich. Du rennst da nicht hin. 

Ich (!) fahre Dich dorthin.

Oder hält da etwa auch die Bahn vor der Tür? Hä? Wie oft hast Du Dich schon beschwert über verspätete Züge, verpasste Anschlusszüge, stundenlanges Warten auf eisigen Bahnsteigen, unfreundliches Bahnpersonal.

Da bist Du doch bei mir besser aufgehoben. Schön warm. Musik, die Du Dir aussuchst und ich bringe Dich von Tür zu Tür. Klar kannst Du kein Buch lesen oder schreiben. Aber das geht in der Bahn auch nicht. Sei doch ehrlich!

Irgendein Balg schreit immer oder jagt die Gänge rauf und runter. Gefolgt von einer quäkenden, überforderten Mutter „Klaus-Bärbel, pass auf. Da sind auch noch andere Leute“ Ja, hat so ein Zug an sich, dass man am Freitagnachmittag nicht allein mit seinen zukünftigen Erben drin hockt. Ehrlich jetzt!

 

Und Du denkst wirklich, wenn Du mich verkaufst, hast Du endlich das Geld für eine Kreuzfahrt in die Antarktis?

Das ich nicht lache! Rechne mal aus, wie viel Geld Du gespart hast, als Du das Rauchen aufgegeben hast. Und? Ist die feine Frau Feldmann davon irgendwo hingefahren? Hab ich davon Alu-Felgen bekommen? Nee.

Das Geld geht nämlich genauso durch wie vorher. Sei doch nicht so naiv!

Du brauchst mich. Wirst ja auch nicht jünger. Ja, brauchst gar nicht so zu gucken. Willst Du echt in Deinem Alter zwischen den ganzen Studenten im Fernbus hocken? So, wie eine, der die Zeit davon gelaufen, pardon gefahren, ist? 

Wach auf, das könnten Deine Kinder sein. 

Aber lass es gut sein. Ich will mal nicht so sein. Ansonsten bist Du ja ganz nett. Ach ja, einen Komplettwäsche wäre auch mal wieder fällig.

 

Ich nett? Nett ist die kleine Schwester von langweilig. Aber bevor ich mit diesem Weib die nächste Diskussion los trete und der Motor „streikt“, halt ich lieber meinen Mund. 

Und das ist doch jetzt eigentlich typisch Mann, oder?

 


Stadtmagazin Gazette August 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

Energievampire - eine nicht vom Aussterben bedrohte Spezies

 

Ich wette, jeder von uns kennt sie, hat sie im unmittelbaren Umfeld: diese psychischen Blutsauger.

Am einfachsten zu erkennen: wenn man nach einem Zusammentreffen mit ihnen sich ausgelaugt, niedergeschlagen, aggressiv, ängstlich, schuldig oder sich unter Druck gesetzt fühlt. Oft kommt jetzt ganz schnell das schlechte Gewissen hinzu. Sei es, das man den Menschen nicht verurteilen möchte oder man in Abhängigkeit steht. Oft sind diese Energievampire als hilfsbedürftige Menschen getarnt unterwegs. Das macht es uns noch schwerer, uns von ihnen abzugrenzen. Und schwupps sind wir drin und denken, wir müssen diesem Opfer helfen. Da kommt so direkt der Beschützerinstinkt durch und man nimmt Rücksicht oder regelt die Dinge für denjenigen. Aber mal ehrlich, jeder ist doch für sich selbst verantwortlich. Aber bequemer ist es, wenn man immer einen Dummen findet, der einem die Kohlen aus dem Feuer holt, nicht?

 

Dann hätten wir da den Narzissten. Da liest man sich durch die komplette Buchhandlung zum Thema Selbstliebe und dann betritt dieser Egomane wie selbstverständlich den Raum. Und wehe die Bühne ist nicht seine. Er saugt Bewunderung, Anerkennung, Aufmerksamkeit in sich auf. Da bleibt natürlich kein Platz, sich um die Bedürfnisse anderer zu kümmern, also zum Beispiel um Ihre. Diese Gattung bestimmt die Regeln. Und die Regel heißt: Du nix, ich Alles. Kritikfähig? Wieso? Sie fangen sofort an sich zu rechtfertigen. Hier empfiehlt es sich, den Typen zu ertragen und gut pointiert zu loben. 100% das hinter der Fassade nur Minderwertigkeitskomplexe und eine ausgeprägte Profilneurose stecken. Die Sucht nach Applaus hat bisher nämlich so gut funktioniert von der eigenen Unsicherheit abzulenken. Kleiner Trost: die Rolle des Lobenden ist so wie früher der Lehrer, von dem alle ein Fleißsternchen wollten. Genießen Sie es! Sie stehen da drüber. Und wenn er oder sie merkt, dass auch andere Ihre Lobhuddelei lustig finden, wird er schon dafür sorgen, dass er die Bühne wieder für sich allein hat: er lässt Sie in Ruhe.

 

Echt nervig sind auch die Perfektionisten und Kontroll-Mutanten. Sie können alles, wissen alles, geben permanent gute Ratschläge, üben sich in Dauerkritik. Zu jedem Problem haben sie die Lösung, wobei man sich immer wieder fragt: hab ich das nicht letztens beim Friseur gelesen? („Du, der hat ganz klar Bindungsängste“ „Also soviel Sport, dahinter steckt eine Essstörung“). Falls man diesen Energievampir nicht erschießen kann, gibt man ihm einfach recht. Und wenn der Humor dabei noch rüberkommt, dauert es nicht lange und Sie werden als Energiequelle unattraktiv („Ja, jetzt, wo Du es sagst. Und ursprünglich wollte ich meine Bewegungsstörung mit Essen in den Griff bekommen“).

 

Echt hart kommt der emotionale Erpresser daher. Bei jeder noch so kleinen Zurückweisung ist er gekränkt. Vorsicht! Er ist der Meister der Manipulation, welches nicht selten mit schmucken Beiwerk, wie tränenerstickter Stimme, garniert wird: „Nein, ich kann es verstehen. Aber es ist der erste Urlaub ohne Deinen Vater. Dann bin ich halt ganz allein. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage. Ist aber schon ok“ Sie geben sich aufopferungsvoll, aber sie sind übergriffig. Die Interessen des anderen sind überhaupt nicht von Interesse und werden nicht akzeptiert. Leider kommt schnell das, was bezweckt wird mit dieser emotionalen Erpressung: schlechtes Gewissen und dann genau das machen, was erwartet wird. Einfach mal sich fragen, muss man wirklich jede Erwartung erfüllen und wenn man es nicht tut, was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Ja, das muss man aushalten können. Aber es wird immer leichter und weniger.

 

Der Schlüssel liegt bei allen Typen in einem selbst. Entscheiden Sie sich bewusst gegen einen Energieraub und diese Vampire halten sich von Ihnen fern. Es ist für sie leichter, sich neue Quellen zu suchen. Denn davon gibt es genug. Deshalb sterben sie ja auch nicht aus. Grenzen Sie sich ab, wo es nicht gut tut. Sie sind für sich verantwortlich. Vertrauen Sie sich und stärken Sie Ihre Selbstsicherheit. 

Das mögen die so gern wie Knoblauch…

 


Stadtmagazin Gazette Juli 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

10 Pins für ein leichteres Leben

#1 „Glaube an Deine Fähigkeiten und Talente!“

Am besten gleich ein Erfolgstagebuch beginnen. Setze Dir selbst zum Ziel, jeden Abend mindestens 3 Dinge aufzuschreiben, die Dir gut gelungen sind. Hast Du nur eins, dann musst so lange den Tag reflektieren, bis Dir die 2 weiteren einfallen. Sei mal überrascht, wie wertvoll auf einmal banale Dinge werden. Auch Fahrkartenkontrolleure zulächeln zählt als Erfolg ;-)

 

#2 „Nicht in Problemen denken!“

Ab sofort nur noch in Lösungen denken. Es gibt immer einen Plan B! Du kennst ihn nur vielleicht noch nicht. Stell Dir mal vor, oft sogar noch Plan C, D und E. Verrückt! Genau, sei verrückt. Lass erst mal jeden Plan zu (auch, wenn er illegal ist ;-). Aussortieren geht immer

 

#3 „Sei kein Hirn-Träger sondern Hirn-Nutzer!“

Es gibt einen Muskel im Gesicht, der direkt mit dem Gehirn verbunden ist. Sobald wir lachen oder lächeln wird dieser Muskel bewegt und im Gehirn signalisiert „Ach so, wir sind jetzt  glücklich“. Das funktioniert auch, wenn wir den Muskel bewegen, aber eigentlich todtraurig sind. Also: Hirn nutzen und grinsen, grinsen, grinsen. 1 Minute am Tag soll helfen. Und zur Not nur wegen dem Fahrkartenkontrolleur um unter #1 wieder einen Erfolg zu notieren….

 

#4 „PS, ich liebe mich!“

Mal ehrlich, fühlt es sich komisch an, mit völliger Überzeugung zu sagen „ich bin wundervoll“ „ich bin wie ein Eiskristall, so einzigartig auf dieser Welt“ „Ich liebe mich und lebe in innerer Zufriedenheit“. Schon komisch, wo wir doch fast sekündlich Selfies machen. Lösung: Daumen hoch für mich; Ehrgeiz und Perfektionismus Daumen runter. Neues Motto ab jetzt:  a clean kitchen is sign of a wasted life

 

#5 „Lachen ist die beste Medizin!“

Alter Spruch mit viel Wahrheit. Siehe #3. Falls zu anstrengend, nur so zu tun. Selbstironie ist die Masterclass. Bei Wegbeschreibungen gebe ich neuerdings immer an, ob ich Links oder gerade das Frauen-Links meine. Reaktion: Unbezahlbar! Folge: Noch nie mit so vielen Fremden Spaß gehabt!

 

#6 „Frühjahrsputz in den Kontakten!“ 

Ist das Freund oder kann der weg? Und die mit Label „Freund“ und Label „schon lange nichts mehr von gehört“,  mal wieder anrufen. Nicht nur whatsappen, sondern tatsächlich anrufen oder (Achtung! mittlerweile Königsdisziplin) physisch treffen! Das gibt neue Ideen! neue Wege! neuer Plan B!? Zu mindestens ein Aufwecken schöner Erinnerungen.

 

#7 „kleine Dinge ganz groß!“

Wann trennen sich die meisten Paare, wenn ihre Ziele erreicht sind: Kinder, Haus, Garten, Beförderung, Auto. Warum jetzt nicht freuen und genießen? Los jetzt: hinsetzen, Liste machen, freuen – also Bilanz ziehen. Regel:  auf die Liste kommt nichts, was nach Statussymbol riecht (besser so: ich freu mich, dass ich es im Winter warm habe.) Guck mal da, was einem auf einmal auffällt…..

 

#8 “Vertrag mit mir selbst!“

Aufschieberitis existiert nicht nur im Job oder bei anderen Verpflichtungen. Auch bei den Dingen, die man immer schon mal machen wollte. Jeder weiß: irgendwann ist schnell zu spät. Wir sind doch sonst so strukturiert. Also, jetzt bitte auch: Vertrag mit Datum und Unterschrift und Vereinbarung mit mir selbst bis zum xx.xx.2018 mit Schlittenhunden durch den Böhmerwald zu fahren.

 

#9 „special effects“

Jeder hat sie und keiner liebt sie – Defizite. Leider beachten wir sie viel zu sehr. Und was wir Beachtung schenken, kann wachsen. Noch mal: jeder hat sie. Also auch der andere. Am besten, das Minus auch mal vernachlässigen und sich nach dem Plus umschauen. Ansonsten, siehe #4.

 

#10 „und Action bitte!“

In Aktion bleiben! Unter dem Sofa schläft keine Traumfrau, kein Traummann, kein Traumjob. Wie der Herr Goethe schon meinte: Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!

Das lass ich so stehen ;-) und wünsch einen schönen Juli…

 


Stadtmagazin Gazette Juni 2018 - Kolumne Gedankenleser:

 

Ein Ministerium für Einsamkeit?

 

In England hat Theresa May den Aufbau einer solchen Behörde in Auftrag gegeben. Und auch im Koalitionsvertrag findet sich ein Passus, zumindestens einen Regierungsbeauftragten zu diesem Thema zu bestellen. 

 

Da mag im ersten Moment der Ein oder Andere den Kopfschütteln, aber wenn man genauer hinsieht, ist das gar nicht so dumm. Warum? Nun, es geht hier um Einsamkeit. Bitte nicht mit Alleinsein verwechseln. Alleinsein kann sehr spannend und entspannend sein. Alleinsein ist gewählt.

Aber Einsamkeit kann krank machen. Einsamkeit ist ein ursprüngliches Gefühl und es soll uns schützen. Wie fast alles, hat es seinen Ursprung in Zeiten ohne Strom, WLAN und fließendes Wasser – also in der Steinzeit. In der Zeit, in der es unser Überleben bedeutet hat, nicht einsam zu sein. Wir mussten einer Sippe angehören, ansonsten wären wir verhungert, erfroren, gejagt worden – kurz: ziemlich schnell gestorben. Deshalb wurde Einsamkeit als Seismograph in unser Gehirn installiert. 

Rein technisch muss heute von uns niemand einer Sippe angehören. Wir werden nicht mehr von Säbelzahntigern gejagt, unser Essen können wir im Internet bestellen (sogar die vegane Gemüsekiste), im Homeoffice unser Geld verdienen, via Internetbanking und Shopping-Apps dieses wieder ausgeben. Und auch für die Illusion der Liebe müssen wir das Haus nicht mehr verlassen. Wir würden auch nicht monatelang unbemerkt tot in unserer Wohnung liegen, so lange wir regelmäßig auf Insta & Co Interessantes posten. Warum dann das Problem mit der Einsamkeit?

 

Allerdings, schaut man sich die gängigen Berichte hierzu an, geht es um etwas ganz anders.

Das gefürchtete Risiko ist nicht das Gefühl, was den Menschen Probleme bereitet und auch nicht die Ursache, warum auf einmal Menschen einsam sind. Es geht mal wieder nur um die Symptome: einsame Menschen rauchen mehr, ernähren sich ungesünder und erhöhen damit das Risiko des Übergewichts, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, sogar von erhöhtem Krebsrisiko ist die Rede. Werden damit zum Kostenrisiko der Solidargemeinschaft. Und die Ursachen? 

Ich kann mich gut erinnern, dass vor einigen Jahren das Schlagwort „fordern und fördern“ lautete. Kultiviert wurde es dem Job hinterher zuziehen, soziale Strukturen aufzugeben, den Job über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus zu leisten – natürlich geht das zu Lasten der Lebensbereiche mit sozialer Bindung. Kinder sind kein Garant mehr. Denn auch die müssen ziehen. Kommunen haben Dörfer aushungern lassen zugunsten von Einkaufszentren, Gewerbesteuer und Lobbyisten.

Die Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn (Bundeseigentum!) wird katastrophaler je ländlicher es wird. Pendeln wird zum morgendlichen Abenteuer. Es gibt meist nicht mal mehr einen Briefkasten (ebenfalls teilweise Bundeseigentum). Die Mieten fressen das Nettoeinkommen, so dass ein Restaurantbesuch nicht selten den Stellenwert eines Wochenendtrips bekommt.

 

Brauchen wir nun ein Ministerium oder einen Regierungsbeauftragten für Einsamkeit? Ich finde nicht. Ich werde nämlich das Gefühl nicht los, dass es sich um Alibi-Amt handelt, um von den Verfehlungen der letzten Jahre, Jahrzehnte hinwegzutäuschen. 

 

Was wir brauchen, ist ein wieder Gefühl für unser Gefühl Einsamkeit. Und Verständnis dafür, dass wir nun mal Herdentiere sind und eine Herde brauchen. Dazugehören wollen. Und wenn wir nur ein Haustier haben, sind wir schon 2 und damit eine kleine Herde. Oder, wenn ich im Supermarkt den verzweifelt suchenden Menschen neben mir frage, ob ich helfen kann, hab ich für einen Moment eine Herde. Eine dreistellige Zahl von Freunden bei Facebook schützt nicht vor Einsamkeit. Aber der ein oder andere Kontakt in meinem Telefonbuch freut sich sicher über einen Anruf. Vielleicht sogar die Oma oder die Tante. Oder ein Ehrenamt?

 

Auf jeden Fall die Spirale der Negativgefühle aufhalten, bevor ich nach der Nummer des Einsamkeits-Alibi-Regierungsbeauftragten google. 

 


Stadtmagazin Gazette Mai 2018- Kolumne Gedankenleser:

 

30, 40, 50 der Countdown läuft - nur in die falsche Richtung

 

Da hilft es auch nicht viel, es uns schön zu reden

„40 ist die neue 30“ usw.

 

Bullshit!

 

Lasst es uns nicht schöner reden, als es ist:

• die Knochen tun weh

• auf einmal ist man „wetterfühlig“

• die Zeichen vom Kopfkissen im Gesicht bleiben länger. Und zwar so lange, dass man sie auch sicher entdeckt.

• die Kilos von Weihnachten sind nicht bis Ostern wieder verschwunden, sondern verbrüdern sich auch noch mit denen von Ostern.

• Das Budget, um jung auszusehen, wird jährlich nach oben angepasst. Nur, um dann doch gesiezt zu werden

• die aktuelle Mode kommt einem irgendwie bekannt vor: bis vor kurzen hatte man noch gesagt „Ach, das. Das war eine Modesünde damals“

• Man kauft sich eine Brille und zwar nicht, um schlau aussehen.

….

Neulich sagte jemand zu mir „Wenn ich in Ihrem Alter noch so drauf bin, dann wäre ich zufrieden“

Ich habe für eine Nanosekunde überlegt, der Person eine zu scheuern. Ich habe aber „Oh, danke“ gesagt und zu Boden geblickt. Aber nur, weil ich vermeiden wollte, das mein Anwalt mich wegen anfangender Demenz raushauen würde.

Ich fragte eine Bekannte, ob sie diesen Artikel quer lesen mag. Sie hat mich tatsächlich gefragt, ob ich ein Problem mit dem Alter habe. 

Ich nicht! Und andere in meinem Umfeld auch nicht. Ich kenne eine Menge WW (Wahnsinns-Weiber).

Habe viele getroffen, die so tolle Dinge auf die Beine gestellt haben – so mutig und stark sind. Mit vielen Falten und Furchen, die jede Strapaze, Sorge und Widerstand auf dem Weg dorthin ins Gesicht getrieben haben. Und sie sind glücklich. Leisten sich die ein oder andere Marotte, hegen und pflegen sie gut, wie einen alten Hund, der immer treu an ihrer Seite war.

Ich glaube, ich gehöre mittlerweile auch dazu. Und das ist gut so. Ich finde, wir sollten es so lange krachen lassen, bis unsere künstliche Hüfte uns Akrobatikeinlagen im Bett verbietet oder wir schlicht vergessen haben, was wir im Bett eigentlich wollten.

Lass uns eine Marke sein, die weiß, was wirklich zählt –und das ist eben kein Countdown. 

Ich hatte mal in einer Reisegruppe in Südafrika so einen nervigen, starrsinnigen 80jährigen Schweizer dabei. Ein anderer Mitreisender hat es mir so erklärt: „Sandra, es gibt im Leben immer wieder Weggabelungen. Da kannst Du in die Richtung Altersweisheit oder Altersstarrsinnigkeit abbiegen.“

Seitdem achte ich mehr auf die Weggabelungen in meinem Leben, als auf die Kerzen auf meiner Geburtstagstorte. 

Meine Marotte?

Auch mal in Richtung Starrsinnigkeit abbiegen. MEGA!

 


 

Fachartikel im Ratgeber Lifestyle

 

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